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Mittwoch, 29. September 2010

hochgeschwindigkeitszug

von nanjing nach shanghai haben wir uns mal etwas gegönnt. nach über
14'000 km im zug wollten wir ein weiteres eisenbahnhighlight erobern,
den super-hochgeschwindigkeitszug! vom flughafen shanghai in die stadt
fährt ja bekanntlich der MAGLEV, der schnellste zug der welt. der war
uns dann doch zu teuer (und etwas sinnlos, was sollen wir auch am
flughafen?). aber einen normalen hochgeschwindikeitszug konnten wir uns
dann schon leisten. und die landschaft fliegt nur so vorüber! die 301km
legt er in 1h 46min zurück. und im richtigen moment konnte ich die
geschwindigkeitsanzeige fotografieren. leider nicht ganz deutlich, aber
man erkennt klar die 345km/h!

Dienstag, 7. September 2010

Datong - Wolkengratgrotten und hängendes Kloster

nach einer etwa 7-stündigen zugfahrt in der billigsten kategorie (die leute stehen auf den gängen und man boxt sich einfach bis zu seinem platz durch und jagt die dort sitzenden fort) sind wir in datong angelangt. für die 368km haben wir 32RMB bezahlt, also 4.70 Fr. die stadt datong ist für chinesische verhältnisse klein (nur 1mio einwohner) und erscheint im reiseführer nur als randnotiz. deshalb hat es auch keine travelerhostels und wir mussten/durften in einem chinesischen hotel beim bahnhof absteigen. sowas dreckiges wie dieses hotel haben wir bisher selten erlebt (und wir haben doch schon einiges erlebt). die wände hatten unzählige flecken, die sich beim hinschauen als mücke mit entsprechendem schuhsohlen-abdruck entpuppten. und ja, die mücken waren so lästig, dass auch wir ein paar abdrücke und leichen hinterliessen.

am nächsten morgen wurden wir von unserem fahrer zum sight-seeing abgeholt. er hatte ja einen eher sportlichen fahrstil und konnte in seinem sonderbaren mongolischen dialekt sehr gut fluchen. (datong liegt im grenzgebiet zu dem teil chinas, der "innere mongolei" genannt wird). die wolkengrat-grotten von yungang wurden vor 1500 jahren von buddhistischen mönchen in den fels gehauen. ursprünglich waren sie über 15 km felswand verteilt, heute ist nur noch 1 km davon wirklich erhalten. und die chinesen haben darumherum natürlich ein disneyland-erlebnisparadies der übelsten sorte aufgebaut und verlangen jetzt einen unverschämten eintrittspreis. die massen an chinesischen touristen haben sich dann auch eher für den nachgebauten palast interessiert und liessen uns in ruhe die faszinierenden monumente betrachten. würstli versuchte sich sogar kurz in buddhistischer meditation, das hat er aber wieder aufgegeben, ungeduldig wie er ist.
danach raste unser fahrer dann zu der zweiten sehenswürdigkeit, dem hängenden kloster. dort weniger disneyland aber noch höherer eintrittspreis. das kloster am fusse eines heiligen berges musste wegen
überschwemmungen immer höher in den fels hinauf gezügelt werden. sieht von aussen nicht so spektakulär aus doch wenn man mal darauf herumturnt wird einem doch schwindlig. einer der gründe dafür sind die niedrigen geländer - für chinesen auf hüfthöhe sind sie bei uns gerade mal etwas oberhalb vom knie (wir sind in diesem land einfach riesen!)

Sonntag, 15. August 2010

transsibirische eisenbahn

am mittwoch abend sind wir in moskau in den zug gestiegen, der mit "vladivostok" angeschrieben war. es ist jetzt samstag nachmittag, und wir sitzen immer noch im zug. hinter uns liegen kurze zwischenhalte in städten mit so klingenden namen wie "yekaterinenburg", "omsk" und "novosibirsk", bei denen wir aus dem zug sprangen um bei alten babuschkas selbstgepflückte himbeeren und selbstfrittierte teigstücke zu kaufen. hinter uns uns liegen aber auch mehrere flaschen wodka, die wir uns mit unseren nur russisch sprechenden abteil-gspändli geteilt haben. weil in russland darf man nichts essen ohne zu trinken. und nichts trinken ohne zu essen. unser vierer-abteil teilen wir uns mit einem russischen ehepaar, das aus kursk (eine stadt an der ukrainischen grenze) stammend nach irkutsk fährt, um dort 4 wochen im sanatorium zu verbringen. nach seinem beruf gefragt, meinte er nur "military man". und als ich ihn nach einer flasche wodka etwas genauer ausfragen wollte antwortete er: "specialisation, secret service. me, not say". etwas abträglich seiner redseeligkeit war vielleicht, dass wir uns als übersetzerin eine junge japanerin aus dem nachbarabteil dazu geholt haben, die im moment russisch lernt, um dann als diplomatin in moskau zu arbeiten. russland und japan habens ja nicht so gut miteinander, wegen dem streit um die kurileninseln... aber da die russen ausserordentlich gastfreundliche menschen sind, trinkt man miteinander einen wodka und versteht sich dann bestens.
jeden tag haben wir jetzt eine stunde zeit verloren, da wir ja mit beinahe 100km/h richtung osten brausen. die züge fahren aber alle nach moskauer zeit und auch am bahnhof zeigen die uhren moskauer zeit an. morgen sonntag früh (lokalzeit) kommen wir in irkutsk an. wir haben dann +5 stunden zeitverschiebung nach moskau und +7h nach zürich. wie immer ist uns das glück hold, nach einer woche regenwetter und eisigen temperaturen scheint das wetter in irkutsk wieder zu bessern und sibirien zeigt sich von seiner freundlichen seite.