in einer 30-stündigen zugfahrt sind wir nach nanjing gefahren. nan
bedeutet süden und so ist nan-jing die südliche hauptstadt, während
bei-jing die nördliche hauptstadt ist. alles klar? das areal um den
konfuzius-palast herum ist wieder mal ein chinesisches disneyland, also
der perfekte ort, um die zeit des herbstfestes zu verbringen.
der hauptgrund für den besuch dieser stadt ist aber für die meisten
touristen die bewegte geschichte. nanjing war die chinesische hauptstadt
als die japaner das chinesische festland 1937 eroberten. während 6
wochen mordeten, brandschatzten und vergewaltigten die japanischen
soldaten in der stadt hemmungslos und brachten dabei 200'000-300'000
zivilisten um. diese episode, auch "the rape of nanking" genannt ging
als beispiel menschlicher abgründe in die geschichte ein und ist auch
heute noch ein grund für politische differenzen. (sehr eindrücklich
beschrieben in mo hayders buch "tokyo").
die chinesen stellten auf den exhumierten massengräbern ein riesiges
museum/gedenkstätte auf, das die hauptattraktion von nanjing darstellt.
eigentlich ein sehr eindrückliches museum, alles auf englisch,
chinesisch und japanisch (!) beschriftet, aber eben... wir wurden das
gefühl nicht los, dass man uns da ein bisschen zu manipulieren versucht.
zum einen machen die chinesen aus allem ein disneyland und die mit ton-
und lichtefekten untermalten bilder der gräuel waren doch irgendwie
deplaziert.
und zum anderen nehmen es die chinesen nicht ganz genau mit der
geschichtsschreibung. so durften wir erfahren, dass der
chinesisch-japanische krieg von der glorreichen sozialistischen partei
chinas unter ihrem vorsitzenden mao zedong gewonnen wurde, und sich
japan am 15. august 1945 der chinesischen übermacht ergeben hat. von
amerikanischer beteiligung oder gar von zwei atombomben wurde gar nichts
gesagt. und die verzerrung der geschichte wird umso grotesker wenn man
bedenkt, dass wir uns im land mit den meisten vollstreckten todesstrafen
der welt befinden, vom thema menschenrechte ganz zu schweigen.
Posts mit dem Label Geschichtliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geschichtliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 28. September 2010
Mittwoch, 15. September 2010
Xi'an
Xi'an, das ist dort, wo man die weltberühmten Terracotta-Krieger
gefunden hat. Natürlich gingen wir diese auch anschauen, wäre sonst ja
auch ein bisschen schade, wenn man schon mal da ist. Und ja, es waren
wirklich viele Krieger, allerdings auch viele leere Gruben, da die
Krieger inzwischen in Museen stehen. Aber sonst gibt es dazu eigentlich
nicht viel zu sagen.
Dafür haben wir im historischen Museum von Shaanxi, der Provinz um Xi'an
eine interessante Feststellung gemacht. Einige der uralten Exponate
(1600 Jahre und älter) waren in wahnsinnig gutem Zustand erhalten, also
in wirklich ausserordentlich gutem, manche sahen sogar so neuwertig aus,
dass sie es wohl waren. Aber Chinesen haben zu Originalen und Kopien ja
auch eine viel lockerere Beziehung als wir. Ja und wenn dann die Kopie
noch schöner ist, ist das doch auch gut, oder?
Dabei sie am Rande noch erwähnt, dass auch unserer Lonely Planet, den
wir in Beijing gekauft hatten, eine Kopie ist. Man sieht es nur an
wenigen Details - die Fotos und Karten sind etwas verpixelt und der
Buchrücken hat etwas mehr Leim als gewöhnlich. Nun ja, die Informationen
stimmen und das ist ja das wichtigste.
gefunden hat. Natürlich gingen wir diese auch anschauen, wäre sonst ja
auch ein bisschen schade, wenn man schon mal da ist. Und ja, es waren
wirklich viele Krieger, allerdings auch viele leere Gruben, da die
Krieger inzwischen in Museen stehen. Aber sonst gibt es dazu eigentlich
nicht viel zu sagen.
Dafür haben wir im historischen Museum von Shaanxi, der Provinz um Xi'an
eine interessante Feststellung gemacht. Einige der uralten Exponate
(1600 Jahre und älter) waren in wahnsinnig gutem Zustand erhalten, also
in wirklich ausserordentlich gutem, manche sahen sogar so neuwertig aus,
dass sie es wohl waren. Aber Chinesen haben zu Originalen und Kopien ja
auch eine viel lockerere Beziehung als wir. Ja und wenn dann die Kopie
noch schöner ist, ist das doch auch gut, oder?
Dabei sie am Rande noch erwähnt, dass auch unserer Lonely Planet, den
wir in Beijing gekauft hatten, eine Kopie ist. Man sieht es nur an
wenigen Details - die Fotos und Karten sind etwas verpixelt und der
Buchrücken hat etwas mehr Leim als gewöhnlich. Nun ja, die Informationen
stimmen und das ist ja das wichtigste.
Labels:
China,
Geschichtliches,
Kulturerbe
Abonnieren
Posts (Atom)