Samstag, 2. Oktober 2010

Ethnologische Studien - nackte Männerbäuche

Chinesische Männer lieben es, ihre nackten Bäuche zu zeigen. Das
T-Shirt oder Hemd wird dabei bis unter die Achselhöhlen hochgerollt. Ja
und bei Tempraturen um 40°C kann man das schon ein bisschen verstehen.
Ein besonders ästhetischer Anblick ist es trotzdem nicht... dem Europäer
auch nicht zur Nachahmung empfohlen, da die Chinesen den Anblick von
Körperbehaarung schon an Armen und Beinen entsetzt, aber erst ein
weisser, behaarter Bauch, das würde sie völlig aus dem Häuschen bringen.
Zum Leidwesen von Andy, der doch so gerne seinen Bauch zeigt.

Mittwoch, 29. September 2010

hochgeschwindigkeitszug

von nanjing nach shanghai haben wir uns mal etwas gegönnt. nach über
14'000 km im zug wollten wir ein weiteres eisenbahnhighlight erobern,
den super-hochgeschwindigkeitszug! vom flughafen shanghai in die stadt
fährt ja bekanntlich der MAGLEV, der schnellste zug der welt. der war
uns dann doch zu teuer (und etwas sinnlos, was sollen wir auch am
flughafen?). aber einen normalen hochgeschwindikeitszug konnten wir uns
dann schon leisten. und die landschaft fliegt nur so vorüber! die 301km
legt er in 1h 46min zurück. und im richtigen moment konnte ich die
geschwindigkeitsanzeige fotografieren. leider nicht ganz deutlich, aber
man erkennt klar die 345km/h!

Dienstag, 28. September 2010

Nanjing - Geschichtsunterricht auf chinesisch

in einer 30-stündigen zugfahrt sind wir nach nanjing gefahren. nan
bedeutet süden und so ist nan-jing die südliche hauptstadt, während
bei-jing die nördliche hauptstadt ist. alles klar? das areal um den
konfuzius-palast herum ist wieder mal ein chinesisches disneyland, also
der perfekte ort, um die zeit des herbstfestes zu verbringen.
der hauptgrund für den besuch dieser stadt ist aber für die meisten
touristen die bewegte geschichte. nanjing war die chinesische hauptstadt
als die japaner das chinesische festland 1937 eroberten. während 6
wochen mordeten, brandschatzten und vergewaltigten die japanischen
soldaten in der stadt hemmungslos und brachten dabei 200'000-300'000
zivilisten um. diese episode, auch "the rape of nanking" genannt ging
als beispiel menschlicher abgründe in die geschichte ein und ist auch
heute noch ein grund für politische differenzen. (sehr eindrücklich
beschrieben in mo hayders buch "tokyo").
die chinesen stellten auf den exhumierten massengräbern ein riesiges
museum/gedenkstätte auf, das die hauptattraktion von nanjing darstellt.
eigentlich ein sehr eindrückliches museum, alles auf englisch,
chinesisch und japanisch (!) beschriftet, aber eben... wir wurden das
gefühl nicht los, dass man uns da ein bisschen zu manipulieren versucht.
zum einen machen die chinesen aus allem ein disneyland und die mit ton-
und lichtefekten untermalten bilder der gräuel waren doch irgendwie
deplaziert.
und zum anderen nehmen es die chinesen nicht ganz genau mit der
geschichtsschreibung. so durften wir erfahren, dass der
chinesisch-japanische krieg von der glorreichen sozialistischen partei
chinas unter ihrem vorsitzenden mao zedong gewonnen wurde, und sich
japan am 15. august 1945 der chinesischen übermacht ergeben hat. von
amerikanischer beteiligung oder gar von zwei atombomben wurde gar nichts
gesagt. und die verzerrung der geschichte wird umso grotesker wenn man
bedenkt, dass wir uns im land mit den meisten vollstreckten todesstrafen
der welt befinden, vom thema menschenrechte ganz zu schweigen.

Maskottchen auf Reisen

In Chongqing im Hostel traffen wir auf Gerry, er ist das Herrchen von
einer (noch) namenloser Kuh. Wie es der Zufall so wollte, hatte er
Würstlis Blog im Internet schon entdeckt. Ja und so freundeten sich die
Kuh und Würstli natürlich an. Wir sind also nicht die einzigen die mit
Maskottchen unterwegs sind und wenn man im Internet ein bisschen
forscht, dann findet man etliche Homepage zu reisenden Maskottchen.
Nun ist es aber so, dass die arme, österreichische Kuh eben noch keinen
Namen hat. Wer uns kennt, weiss, dass wir das gar nicht verstehen
können. Man kann deshalb nun auf dem Blog von Gerry Namensvorschläge
hinterlassen. Und natürlich ist der Blog auch sonst spannend zu lesen:
http://www.andersreisen.net

Links zu weiteren Maskottchen:
http://www.flickr.com/photos/32971863@N07/
http://kermit-on-tour.com/

Donnerstag, 23. September 2010

Chongqing - Wolkenkratzer und Hotpot

Chongqing ist die stadt der superlative! sie ist die grösste stadt der welt und während des ersten tages konnte ich den mund vor staunen buchstäblich nicht mehr zumachen. ihr zentrum liegt auf der halbinsel am zusammenfluss des yangtze und des jialing. während sie vor jahrhunderten noch eine wichtige hafenstadt am oberen yangtze mit verbindungen zur südlichen seidenstrasse und in richtung tibet war, konzentrierte sich die wirtschaftliche entwicklung später auf die ostküste. während des chinesisch-japanischen krieges, (1937-1945) bei dem die ostküste vom feind besetzt war musste die regierung von nanjing nach chongqing fliehen und mit ihr die ganze rüstungsindustrie. dadurch explodierten die bevölkerungszahlen ein erstes mal. nach der vertreibung der japaner wurde nanjing wieder hauptstadt und chongqing wurde wieder unwichtiger.
seit dem bau des 3-schluchtenstaudamm erlebt die stadt nun wieder einen boom und die hochhäuser schiessen seit 10 jahren wie pilze aus dem boden. seitdem das verwaltungsgebiet der stadt ende der neunziger neu definiert wurde hat sie nun eine totale fläche von der grösse österreichs und ca. 35mio einwohner, was sie zur grössten stadt der welt macht.
der hochhäuserboom führte natürlich wie überall in china dazu dass die traditionellen quartiere niedergewalzt werden. unser hostel war im letzten derartigen quartier des stadtzentrums platziert und anscheinend soll es ende jahr mitsamt der gesamten nachbarschaft niedergewalzt werden um platz für neue grössenwahnsinnige projekte zu machen. das beeindruckendste der stadt ist aber die topographie. die wolkenkratzer sind in die steilen wände zwischen den flussläufen gequetscht und man kann mit der seilbahn zwischen ihnen hindurch und über die flüsse fahren. und auf den nächsten hügeln sieht man einen wald von hochhäusern sich bis zum horizont erstrecken.

eine topmoderne monorail schlängelt sich in die vororte und eine fahrt damit ist besser als eine achterbahn. und die monorail (monorail, MONORAIL, MONORAIL) ist klimatisiert, was bei 40°C und brennender sonne auch dringend nötig ist. wir sind des morgens und des abends durch die engen strassen der stadt gewandert (nachmittags lagen wir im kühlen wind einer klimaanlage herum) und bestaunten die steilen häuserschluchten. und abends liessen wir uns zur abkühlung vom schärfsten fondue chinoise der welt (hotpot) den schweiss aus den poren strömen.

Samstag, 18. September 2010

Chengdu - das Bern von China

von xi'an sind wir weiter nach chengdu, der hauptstadt der provinz
sichuan. die stadt unterscheidet sich definitiv von den bisher besuchten
städten, da der groove einfach ein bisschen gemütlicher ist als sonstwo.
schon das hat uns etwas an bern erinnert. und dann kommen noch die
omnipräsenten banken dazu und natürlich die bären-zuchtstation. nur dass
in chengdu die bären nicht braun sind sondern schwarzweiss. im
panda-researchcentre werden die kopulationsfaulen tiere im akkord
mittels künstlicher befruchtung vervielfältigt. aber zum anschauen sind
sie eben schon herzig...
in der hauptstadt von sichuan wollten wir uns natürlich auch etwas der
weltberühmten sichuan-küche widmen und haben daher im hostel einen
kochkurs besucht. auf einem feurigen wok brutzelten wir in windeseile
die berühmten spezialitäten "come-back pork" (zweimal zubereitetes
schweinefleisch) und den feurigen ma-po Tofu. und natürlich alles mit
dem berüchtigten sichuan-pfeffer. der ist eigentlich kein echter
pfeffer, er betäubt dir nur den mund, damit du die unmengen chili
aushalten kannst.
einent tag lang sind wir dann aus der stadt geflohen und haben im
strömenden regen einen berg mit kloster erklommen und uns in der
gastküche der mönche die bäuche vollgeschlagen. dazu muss noch gesagt
werden, dass die luftfeuchtigkeit 120% war, und das bei ca 30 grad
celsius. man wusste nicht, ob man nun vom regen oder vom schweiss
durchnässt war. (andi ist überzeugt, dass er fische vorbei fliegen sah,
da diese nicht mehr zwischen see und luft unterscheiden konnten.)

Mittwoch, 15. September 2010

Kulinarisches Abenteuer - Sichuan Kochkurs

Ma Po Tofu
-Tofuklotz, mittelweich, ca. 10x7x7cm in 2cm Stücke.
-2cm Ingwer, gequetscht
-1-2 grosse Zehen Knoblauch, gequetscht
-Bund Schnittlauch
-1EL Rapsöl
-1 EL Sichuan Beanpaste
-1EL Chinesischer Kochalkohol (ca.7%)
-ca. 1dl Wasser
-1EL Soyasauce
-1/2 TL Zucker
-1/4 TL Aromat (oder Salz + Glutamat)
- etwas Maizena
-gemahlener Sichuanpfeffer
In einem grossen Wok Öl erhitzen,
Ingwer, Knoblauch und Beanpaste zugeben, gut rühren.
Kochalkohol zugeben, mit Wasser ablöschen.
Soyasauce, Zucker und Salz zugeben, alles gut verrühren.
Tofu beigeben und ca. 2 Min. kochen.
Mit Maizena eindicken und mit den Frühlingszwiebeln und Sichuanpfeffer
garnieren.

Huiguo rou - Twiced cooked Pork
-Kochspeck (kurz im Wasser vorgekocht) in feine Scheiben geschnitten
-2cm Ingwer, feine Scheiben
-1-2 grosse Zehen Knoblauch, feine Scheiben
-Knoblauchgrün oder Frühlingszwiebeln, schräg in ca. 3cm breite Stücke
geschnitten.
-1EL Öl
-1EL Sichuan Beanpaste
-1EL chinesischer Kochalkohol (ca. 7%)
-1EL Soyasauce
-eine Prise Zucker
-1/4 TL Aromat
in einem Wok das Öl erhitzen.
Das Fleisch darin anbraten, bis es etwas "trocken" wird.
Ingwer, Knoblauch und Beanpaste zugeben, gut rühren.
Kochalkohol zugeben.
Knoblauchgrün zugeben und braten.
Mit Soyasauce, Zucker und Aromat würzen.