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Freitag, 19. November 2010
ethnologische Studie - Strassenrestaurants in Vietnam
In Vietnam ist der Bierpreis direkt mit dem Komfort der Stühle der Strassenrestaurants verknüpft. Je kleiner der Stuhl, desto billiger das Bier. Leider heisst kleiner Stuhl eigentlich Hocker und ist kaum 20 cm über dem Boden. Das ist nach einer Stunde schon so unbequem, dass man danach gerne bereit ist, das 10-fache für ein Bier zu bezahlen und dabei auf einen bequemen Stuhl mit Rückenlehne zu sitzen. Und wenn das billige Bier nur 25 Rappen kostet, dann sind 2.50 Fr. auch noch nicht so schlimm. Aber interessant ist dieser Zusammenhang schon.
Samstag, 6. November 2010
hanoi - mofa-lawinen und das billigste bier der welt
dann waren wir also in vietnam! gespannt ob es uns genausogut gefällt
wie china. und ob es wirklich soviel einfacher zu bereisen ist.
zuallererst fallen dem backpacker zwei unterschiede auf: es ist deutlich
billiger, und man muss wieder alle preise verhandeln. und obwohl einen
die leute gerne etwas übers ohr hauen wollen sind sie viel umgänglicher
und weniger verschlossen als die chinesen. die vielbeschworene
höflichkeit wirkt oft unterwürfig und unecht (sorry, sorry, one more beer?). da haben beide verhaltensweisen ihre vor- und nachteile. aber einen riesigen unterschied gibt es, den wir zuerst gar nicht recht glauben wollten: fast alle leute sprechen etwas englisch! nach zwei monaten in einem land, wo man mit den meisten leuten nur per handzeichen kommunizieren konnte, kann man jetzt mit fast allen leuten plaudern. das heisst aber auch, dass man mit fast allen leuten plaudern muss, und dass sich der strassenhändler durch dummstellen nicht mehr abschütteln lässt.
aber daran werden wir uns schnell gewöhnen.
hanoi ist eine lebendige stadt, in der noch einiges vom kolonialen erbe
der franzosen zu spüren ist: es gibt baguette zum frühstück und den
wahrscheinlich stärksten frisch gebrauten kaffee der welt. die
mofa-lawinen auf den strassen sind noch grösser als in china und jetzt
sind sie nicht mehr mit strom angetrieben. zum überqueren einer strasse
muss man die augen schliessen und blindlings loslaufen, die mofas werden
schon ausweichen...
unser hostel war inmitten der altstadt, einem ameisenhaufen von kleinen
shops, hotels und strassenrestaurants. und die sind lustig: auf winzigen
hockern sitzt man an winzigen tischchen und bekommt essen und frisch
gezapftes bier serviert. das bier scheint zwar kaum alkohol zu
enthalten, ist aber gut und kostet pro glas 4000 dong! das sind 20
rappen und damit höchstwahrscheinlich das billigste bier der welt!
von hanoi aus haben wir natürlich den pflichtausflug an die halong bay
gemacht. für den billigen preis war das ein wunderschöner zweitägiger
ausflug, und das sonnenaufgangsschwimmen im warmen wasser der bucht war echt nicht schlecht. aber wir habens langsam gesehen mit unesco-weltkulturerbe und machten uns daher direkt anschliessend auf den weg nach süden, in der hoffnung auf einige ferientage am strand von nha trang.
wie china. und ob es wirklich soviel einfacher zu bereisen ist.
zuallererst fallen dem backpacker zwei unterschiede auf: es ist deutlich
billiger, und man muss wieder alle preise verhandeln. und obwohl einen
die leute gerne etwas übers ohr hauen wollen sind sie viel umgänglicher
und weniger verschlossen als die chinesen. die vielbeschworene
höflichkeit wirkt oft unterwürfig und unecht (sorry, sorry, one more beer?). da haben beide verhaltensweisen ihre vor- und nachteile. aber einen riesigen unterschied gibt es, den wir zuerst gar nicht recht glauben wollten: fast alle leute sprechen etwas englisch! nach zwei monaten in einem land, wo man mit den meisten leuten nur per handzeichen kommunizieren konnte, kann man jetzt mit fast allen leuten plaudern. das heisst aber auch, dass man mit fast allen leuten plaudern muss, und dass sich der strassenhändler durch dummstellen nicht mehr abschütteln lässt.
aber daran werden wir uns schnell gewöhnen.
hanoi ist eine lebendige stadt, in der noch einiges vom kolonialen erbe
der franzosen zu spüren ist: es gibt baguette zum frühstück und den
wahrscheinlich stärksten frisch gebrauten kaffee der welt. die
mofa-lawinen auf den strassen sind noch grösser als in china und jetzt
sind sie nicht mehr mit strom angetrieben. zum überqueren einer strasse
muss man die augen schliessen und blindlings loslaufen, die mofas werden
schon ausweichen...
unser hostel war inmitten der altstadt, einem ameisenhaufen von kleinen
shops, hotels und strassenrestaurants. und die sind lustig: auf winzigen
hockern sitzt man an winzigen tischchen und bekommt essen und frisch
gezapftes bier serviert. das bier scheint zwar kaum alkohol zu
enthalten, ist aber gut und kostet pro glas 4000 dong! das sind 20
rappen und damit höchstwahrscheinlich das billigste bier der welt!
von hanoi aus haben wir natürlich den pflichtausflug an die halong bay
gemacht. für den billigen preis war das ein wunderschöner zweitägiger
ausflug, und das sonnenaufgangsschwimmen im warmen wasser der bucht war echt nicht schlecht. aber wir habens langsam gesehen mit unesco-weltkulturerbe und machten uns daher direkt anschliessend auf den weg nach süden, in der hoffnung auf einige ferientage am strand von nha trang.
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Halong Bay,
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Donnerstag, 4. November 2010
über den Pass der Freundschaft (China - Vietnam)
das ticket überraschte uns dann nicht wenig. es sieht nicht wie ein chinesisches ticket aus, sondern gleicht den mongolischen transsib-tickets, die wir früher auf unserer reise kennengelernt haben.
beschriftet ist es in den drei wichtigen weltsprachen chinesisch,
russisch und deutsch. dem englischen kollegen konnte ich dann alles
übersetzen. und die angeschriebenen preise haben uns noch mehr
überrascht: sie sind in den zwei wichtigsten weltwährungen
angeschrieben: chinesicher yuan und schweizer franken! und der
wechselkurs ist sogar aktuell! ich vermute das könnte noch ein
überbleibsel aus der zeit sein, als china, russland und ostdeutschland
die drei wichtigsten kommunistischen länder waren und als der schweizer
franken noch eine richtige internationale währung war.
die nachtzugstrecke ist in chinesischen massstäben kurz, jedoch
bahnhofsgebäude geführt, wo man seine taschen mal wieder durch ein röntgengerät lässt. eigentlich wäre damit die chinesische seite unkompliziert abgeschlossen gewesen. aber der chinesische grenzbeamte glaubte ums verrecken nicht, dass die person im pass wirklich ich bin. das foto gleicht mir wirklich nur wenig, ich hätte vielleicht damals nicht direkt aus dem nachtdienst aufs passbüro gehen sollen. dass ich eine ID mit dem selben foto besitze überzeugte ihn schlussendlich.
auf der vietnamesischen seite musste man ohne gepäck den zug verlassen, dafür ein ausführliches formular ausfüllen und den pass einem mürrischen
grenzbeamten abgeben. nach 20 minuten warten im ziemlich interessanten
bahnhofsgebäude stand der beamte in der mitte der halle auf ein podest
und verlas stolz die namen der leute, die gerade die einreisebewilligung
bekommen haben. wenn man glaubte seinen namen erkannt zu haben ging man
zu seinem podest und bekam seinen pass zurückerstattet. die szene war so
surreal (war ja auch kurz nach mitternacht), dass ich sie zu gerne
fotografiert hätte. ist natürlich streng verboten und so hab ichs gelassen.
da die formalitäten bei so wenigen passagieren schnell erledigt waren,
kamen wir halt schon um 04.30 uhr im noch tief schlafenden hanoi an. der
taxifahrer wollte zuerst 50 US-Dollar für die fahrt, worüber wir
wirklich etwas lachen mussten. er stimmte dann in unser lachen mit ein
und aktivierte schulterzuckend das taxameter, das am ende 70'000dong
anzeigte, was etwa 3.50 Sfr sind.
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