Donnerstag, 2. September 2010

Unsere russische Sonnencreme


An dieser Stelle muss mal einen Beitrag zu unserer russischen Sonnencreme gemacht werden. Da unser Nivea-Sonnenspray schon in Vilnius seinen Dienst versagte, weil die Düse verstopft war und sie ausserdem schrecklich klebrig war, sahen wir uns gezwungen in St. Petersburg eine neue Sonnencreme zu kaufen.
Wir entschieden uns für die elegante Marke "Eveline" mit Q10 und einer schönen Karotte, den Rest haben wir nicht verstanden, da es in kyrillisch war - aber das ist sicher alles sehr gesund...
Die erste Anwendung war dann ein bisschen überraschend - unsere Creme ist mehr eine weisse Farbe. Daher wissen wir auch nie ob wir braun werden, da wir meistens einen weisse Schicht auf der Haut haben. Die kann man auch als weisse Ribbel abrubbeln. Vermutlich ist das nun eine physikalische Sonnencreme die ganz kleine reflektierende Partikel hat...
ABER: wir hatten selbst in der gebirgigen Mongolei keinen Sonnenbrand (zu mindest an den Stellen, die wir eingestrichen hatten). Und die Creme duftet auch noch nach Pfirsich!

Ja, wir haben sie richtig lieb gewonnen, unsere russische Sonnencreme!

Mittwoch, 1. September 2010

Beijing - von zensur und fondue chinoise

wegen der internetzensur des chinesischen staates haben wir aktuell keinen zugriff auf unseren blog und daher schreiben wir unsere einträge sozusagen blind. auch die fotos können wir hier nicht wie gewohnt hochladen. wenn wir wieder in einem freien land sind werden wir das wieder korrigieren.
aber peking gefällt uns wahnsinnig gut, vor allem ist es ein wunderbarer kontrast nach der monotonie von sibirien und der mongolei. auch kulinarisch hat die eintönigkeit nun ein ende und wir freuen uns jeden morgen darauf, heute wieder soviele tolle sachen probieren zu können. faszinierend ist dabei vor allem die vielseitigkeit der gerichte und der zubereitungsarten. und bis jetzt haben wir erst die pekinger küche gesehen, ich wage es kaum mir vorzustellen, was noch alles tolles auf uns zukommt! und eine unglaubliche erkenntnis hatte ich: fondue chinoise kommt ja wirklich aus china! der zusammenhang wurde mir erst nach einer woche in peking bewusst. auch dass die kleinen hündchen, die überall herumlaufen wirklich "pekinesen" sind wurde mir erst nach einem entsprechenden hinweis klar.

würstli wollte natürlich wieder zum fotoshooting, deshalb haben wir in mitgenommen in die verbotene stadt, zum olympiagelände und auf die grosse mauer. im mao-mausoleum haben wir ihn mitsamt unserer tasche draussen abgegeben, bei gewissen dingen verstehen die chinesen keinen spass. das mao-mausoleum ist übrigens noch zehnmal grösser, pompöser und besuchter als das von lenin in moskau. und wir waren die einzigen westler in der schlange, die sich über den halben platz des himmlischen friedens zog.
die verbotene stadt hat schöne gebäude und ist ziemlich gross, aber irgendwie hat sie mich nicht vom hocker gehauen. ganz im gegenteil dazu die chinesische mauer: die ist unglaublich gross, schön und eindrücklich. und wir haben dabei nur wenige kilometer weit gesehen, die ganze mauer wäre ja 10'000km lang. wir sind einige kilometer darauf gewandert, ziemlich steil bergauf und bergab, zuerst auf einem restaurierten bereich, danach auf zerfallenen resten. wirklich ein erlebnis.

Sonntag, 29. August 2010

Beijing - Kulinarische Abenteuer 1

Inzwischen sind wir in China angekommen. Leider ist hier unser Blog gesperrt, weshalb wir jetzt (hoffentlich) per Mail bloggen werden - daher kommen die kulinarischen Abenteuer jetzt auch in den normalen Blog - in China gibt's sicher viele :-)

Nach 4 Wochen russischem und mongolischem Essen haben wir uns sehr auf das chinesische gefreut.
So ging es auch den beiden Franzosen, die sich mit uns das Abteil auf dem letzten Abschnitt der transsibirischen Eisenbahn teilten. Per Zufall haben wir das Hotel im gleichen Quartier, weshalb wir uns mit ihnen zum Nachtessen verabredeten.
Nun ja, Franzosen sind beim Essen ja fast noch schlimmer als die Chinesen - darum wurden auch gleich Lammpenisse bestellt. Ausserdem tippten wir sonst wild auf die Speisekarte und liessen uns überraschen, was kommt. Wie man auf dem Foto sieht, hatten wir zum schluss einen ziemlichen Tellerberg auf dem Tisch und waren alle leicht überfressen :-)
Die Lammpenisse waren übrigens, wie erwartet, etwas zäh und ziemlich klein.


Ausserdem haben wir noch den ersten chinesischen Fastfood-Laden ausprobiert. Dort wurde ausschliesslich Hotpot serviert. An einer langen Theke hat es vor jedem Sitzplatz eine Pfanne mit (sehr) heisser Suppe. Man konnte nun Gemüse, Fleisch, Nudeln, Meeresfrüchte und sonstige Beilagen bestellen. Dies konnte man dann, wie beim Fondue Chinoise, in der Suppe kochen. Das ganze war sehr lecker. Einzig die Stäbchen machten es ein bisschen schwierig - besonders der glibber-Tofu war nicht einfach zum rausfischen. Da es uns so gut schmeckte, konnten wir gar nicht mehr aufhören und hatten am Schluss so viel gegessen, dass wir gar kein Znacht brauchten. Dies bedauerten wir ein bisschen, denn wir wollen doch noch so viele komische Dinge ausprobieren...

Mittwoch, 25. August 2010

Ulaanbaatar

Da wir in erster linie die transsibirische bzw. die transmongolische eisenbahn befahren wollten und nicht unbedingt die mongolei kennenlernen mussten, haben wir auf der durchreise nur 5 tage stop in ulan bator gemacht. wenn man wirklich die riesige mongolei sehen wollte müsste man mehrere monate zeit, ein geländefahrzeug mit fahrer und übersetzer und sehr viel geld mitbringen. daher gabs für uns nur eine kurze touristenvisite.
untergebracht waren wir bei einer gastfamilie etwas ausserhalb des zentrums. die familie war zwar sehr nett, spricht aber nur mongolisch, was eine diskussion etwas schwieriger macht. die hauptstadt der mongolei ist ein verwirrender und faszinierender moloch. auf 1400müm. gelegen erstreckt sie sich über viele kilometer entlang eines flusses, endet aber urplötzlich an den hängen der umliegenden hügeln. von den fast 3 mio. einwohnern der mongolei wohnt über 1 million menschen in ulan bator. die meisten davon ohne hoffnung auf viel zukunft in den jurtensiedlungen am nördlichen stadtrand. das land ist seit der revolution von 1990 demokratisch und versucht seither krampfhaft, sich aus dem mittelalter direkt ins internetzeitalter zu katapultieren. so hat auf dem land jede jurte die es sich leisten kann einen satellitenempfänger aufgestellt und einmal hab ich ein kind auf einem pferd ohne sattel aber mit einem laptop unter dem arm galoppieren sehen. denn im land von dschingis khan kann jeder jurtenjunge reiten. und auf jeden einwohner kommen 15 pferde. in der stadt hat es zwar keine pferde, die jurte aber nimmt man mit in die grossstadt. und so handelt mongolischer hiphop auch von bitches und whores "in the ger" (in der jurte).

trotz aller faszination treibt es den touristen bald aus der stadt raus und so sind wir für zwei tage in ein jurtencamp im nahegelegenen terelj-nationalpark gegangen. wir haben uns dort gefühlt wie mitten in der wüste gobi, aber eigentlich befindet sich der park knapp 60 km ausserhalb der stadt. wenn die mongolei so gross wie die schweiz wäre, wären wir also aus zürich schnell nach schwammendingen gefahren. die landschaft war aber trotzdem wunderschön und beim obligatorischen pferdereiten schmerzte uns der hintern nachher wie einem echten cowboy.
morgen in aller frühe geht es dann weiter mit dem zug durch die östlichen ausläufer der wüste gobi und hinein ins reich der mitte.

Sonntag, 22. August 2010

Irkutsk - Ulan Baatar: Ein langer Grenzübertritt...

Wir waren ja schon vorgewarnt von diversen Reiseführern, dass sich das an der Grenze ein bisschen hinziehen könnte... wir kamen pünktlich am Nachmittag um 13.30h Lokalzeit an der russischen Grenze an. Unsere Zugbegleiterin forderte uns auf, den Wagen doch zu verlassen. Und sie verschloss die Toiletten. Danach wurde der Zug komplet umrangiert und neu zusammengestellt. Das System dahinter war irgendwie nicht ersichtlich, aber es dauerte zwei bis drei Stunden.
Danach mussten wir wieder einsteigen und das eigentlich Zollprozedere begann. Erst gabs das Deklarationsformular in zweifacher Ausführung für Russland (wehe dem der einen Fehler machte! Da musste man dann nochmals neu unterschreiben!) Danach kamen die mongolischen Formulare und unsere Pässe wurden eingesammelt, die Abteile kontrolliert. Nach einer weiteren Stunde bekamen wir die Pässe zurück und der Zug fuhr weiter - wir freuten uns schon, dass es das war - und vor allem dass wir wieder auf die Toilette könnten. Aber nein! Nach einer 30 minütigen Fahrt durch das Niemandsland ging das Spiel in mongolisch von vorne los. Um 21h Lokalzeit (bzw. 20h nach Mongolischer Zeit) durften wir endlich wieder aussteigen und haben uns sofort in gebückter Haltung auf die Toiletten gestürtzt. Danach hat Konrad, unser deutsches Reisegspöndli etwas russische Rubel in möngolische Tögrög gewechselt, die wir sofort komplet in Bier investierten, um den überstanden Grenzübertritt zu feiern...

Donnerstag, 19. August 2010

Baikalsee


Nach der langen zugfahrt sind wir in irkutsk angekommen. Irkutsk ist die
hauptstadt ostsibiriens. Es war gerade schönes wetter und das
innenstädtchen recht schön. es hat noch viele alte sibirische
holzhäuschen auch in der innenstadt. von dort aus sind wir an den
baikalsee gefahren. der baikalsee ist mit 1637m der tiefste see der
welt. er enthält 20% des flüssigen süsswasser der welt und mehr wasser
als die fünf grossen nordamerikanischen seen zusammen. also ziemlich viel.
mit dem tragflächenboot sind wir nach bolshie koty gefahren, einem
kleinen fischerdorf, das ende 19.jhd bei einem goldrausch erbaut wurde.
da dort kaum menschen leben und es auch keine restaurants gibt, haben wir uns zwei tage vollpension gegönnt. die luft war sehr sauber und von der landschaft her erinnert etwas an die schweizer berge.
nach bolshie koty kommen die menschen und die waren nur per boot oder im
winter über das 2m dicke eis, was viel billiger ist als das boot im sommer.
nach diesen zwei faulen tagen sind wir mit dem boot an die sibirische
riviera in listvianka gefahren, wo wir zum glück nicht länger bleiben
mussten.
jetzt sind wir zurück in irkutsk und heute abend geht es wieder auf die
transsibirische eisenbahn, die in der nacht dann zur transmongolischen
eisenbahn wird und uns am samstag in ulan baator absetzen sollte.

Sonntag, 15. August 2010

transsibirische eisenbahn

am mittwoch abend sind wir in moskau in den zug gestiegen, der mit "vladivostok" angeschrieben war. es ist jetzt samstag nachmittag, und wir sitzen immer noch im zug. hinter uns liegen kurze zwischenhalte in städten mit so klingenden namen wie "yekaterinenburg", "omsk" und "novosibirsk", bei denen wir aus dem zug sprangen um bei alten babuschkas selbstgepflückte himbeeren und selbstfrittierte teigstücke zu kaufen. hinter uns uns liegen aber auch mehrere flaschen wodka, die wir uns mit unseren nur russisch sprechenden abteil-gspändli geteilt haben. weil in russland darf man nichts essen ohne zu trinken. und nichts trinken ohne zu essen. unser vierer-abteil teilen wir uns mit einem russischen ehepaar, das aus kursk (eine stadt an der ukrainischen grenze) stammend nach irkutsk fährt, um dort 4 wochen im sanatorium zu verbringen. nach seinem beruf gefragt, meinte er nur "military man". und als ich ihn nach einer flasche wodka etwas genauer ausfragen wollte antwortete er: "specialisation, secret service. me, not say". etwas abträglich seiner redseeligkeit war vielleicht, dass wir uns als übersetzerin eine junge japanerin aus dem nachbarabteil dazu geholt haben, die im moment russisch lernt, um dann als diplomatin in moskau zu arbeiten. russland und japan habens ja nicht so gut miteinander, wegen dem streit um die kurileninseln... aber da die russen ausserordentlich gastfreundliche menschen sind, trinkt man miteinander einen wodka und versteht sich dann bestens.
jeden tag haben wir jetzt eine stunde zeit verloren, da wir ja mit beinahe 100km/h richtung osten brausen. die züge fahren aber alle nach moskauer zeit und auch am bahnhof zeigen die uhren moskauer zeit an. morgen sonntag früh (lokalzeit) kommen wir in irkutsk an. wir haben dann +5 stunden zeitverschiebung nach moskau und +7h nach zürich. wie immer ist uns das glück hold, nach einer woche regenwetter und eisigen temperaturen scheint das wetter in irkutsk wieder zu bessern und sibirien zeigt sich von seiner freundlichen seite.